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kath 2:30 Dies Domini7. Sonntag der Osterzeit (Lesejahr C) – Apg 7, 55-60; Offb 22,12-14. 16-17, 20; Joh 17,20-26

Die Einheit und die Verdrießlichkeit der Christen

Die Lesungen des heutigen Sonntags und insbesondere die Perikope aus dem Johannesevangelium stehen in einer bedrückenden Spannung zum heute zu Ende gehenden ökumenischen Kirchentag in München. Jesus ruft mit eindringlichen Worten die Einheit der an ihn Glaubenden herab: Alle sollen eins sein: „Wie Du, Vater, in mir bist und ich in Dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass Du mich gesandt hast.“ Eine führende Sonntagszeitung (FAS 16.5.2010) kommentiert den ökumenischen Kirchentag mit der kaum verhohlenen Aufforderung an die evangelischen Christen, sich doch um der Treue zum Evangelium willen möglichst von den Katholiken abzusetzen, deren „Verschwiemelungen“  im Zusammenhang der Missbrauchsdebatte den religiösen Grundwasserspiegel in unserm Land sinken ließen. Und es stimmt ja wirklich, zwischen unserer Innen- und Außensicht bestehen derzeit beträchtliche Unterschiede.


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kath 2:30 Dies Domini6. Sonntag der Osterzeit (Lesejahr C) – Apg 15,1-2;22-29, Offb 21,10-14;22-23, Joh 14,23-29

Vom Frieden – nicht von dieser Welt

Die Lesungen des heutigen Sonntags führen uns zunächst in der Apostelgeschichte mitten hinein in eine der schwersten Auseinandersetzungen der frühen Kirche: Ein ganzes Konzil – das Apostelkonzil – braucht es, um die schwierige Frage zu entscheiden, wie es mit den Heidenchristen weitergehen soll. Schließlich stand damals die kirchliche Praxis in beträchtlicher Spannung zu dem Wort Jesu, wonach erst Himmel und Erde vergehen müssten, bevor auch nur der kleinste Buchstabe des jüdischen Gesetzes geändert würde (Mt 5, 17). Jetzt kommt eine in ihrem Anspruch ungeheuerliche Wende: „Denn der Heilige Geist und wir haben beschlossen …“. Das ist wirklich ein Tusch. Es bestehen Schwierigkeiten, die Jünger Jesu, die nicht aus dem Judentum stammen, wollen eine Lösung ihrer unklaren Situation: und in gleichsam göttlicher Vollmacht entscheiden die Apostel, was man eine rheinische Lösung nennen könnte: keine Beschneidung und keine detaillierten Vorschriften, aber ein paar Grundsätze werden übernommen.


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kath 2:30 Dies DominiDie moderne Naturwissenschaft entwickelt sich rasant. Mit immer verfeinerteren Methoden erforscht sie Bereiche, von denen man vor wenigen Jahren noch gar nicht ahnte, dass sie existieren. Die neuen Erkenntnisse stellen immer schneller auch die vermeintlich festgegründeten Bilder von Mensch und Welt in Frage. Die kopernikanische Wende ist zum Alltag geworden.


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kath 2:30 Dies Domini5. Sonntag der Osterzeit Lesejahr C – Joh 13,31-33a.34-35

Liebe – Ein neues Gebot?

Was meint der Herr im heutigen Sonntagsevangelium aus den Abschiedsreden des Johannesevangeliums damit, sein Liebesgebot sei neu? Ist das Neue Testament nicht von Anfang an und auch das Alte Testament geradezu eine Ausfaltung dieses einen Liebesgebots? „Der Fremde, der sich bei Euch aufhält, soll Euch wie ein Einheimischer gelten“ heißt es im Buch Levitikus (19,34) „und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst, denn ihr seid selbst Fremde in Ägypten gewesen.“


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Motorradsegnung 2010

Motorradsegnung der katholischen Citykirche Wuppertal am 23. April 2010, auf dem Laurentiusplatz in Wuppertal-Elberfeld.

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kath 2:30 Dies Domini4. Sonntag der Osterzeit – Lesejahr C – Joh 10,27-30

Schaf des Herrn – Perspektive für den Individualisten unserer Zeit?

In der Perikope des heutigen Sonntags fasst Johannes noch einmal die „Hirtenworte“ seiner Jesus-Verkündigung  zusammen, nimmt Bezug auf vorangegangene Formulierungen und endet mit einer sehr knappen, aber selbst für das Johannes-Evangelium ungemein tiefen Bemerkung Jesu: „Ich und der Vater sind eins.“


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kath 2:30 Dies DominiLesejahr C – 3. Sonntag der Osterzeit – Joh 21,1-19

Folge mir nach!

Das heutige Evangelium berichtet vom wunderbaren Fischfang, der dritten Begebenheit bei der Jesus sich den Jüngern nach seiner Auferstehung offenbarte. Diese Begebenheit beginnt für die Jünger mit einer beachtlichen Frustrationserfahrung:

Einige der Jünger waren mit dem Boot auf den See gefahren um zu fischen, hatten jedoch keinen Erfolg. Dieses Gefühl motiviert zu sein, etwas erreichen zu wollen und dennoch zu scheitern, haben sicherlich viele Menschen in ihrem Leben bereits erlebt. Und in all diese Situationen hinein spricht Jesus auch zu jedem von uns, wie zu den Jüngern auf dem See: Er motiviert sie zu einem zweiten Versuch. Er spricht ihnen Mut zu, gebt euch einen Ruck, werft das Netz noch einmal aus.


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kath 2:30 Dies DominiLesejahr C – Joh 20,19-31

Dass wir gläubig sind, und nicht ungläubig!

Der ungläubige Thomas, das ist eine feste Redensart geworden, die sogar aus unserer Alltagssprache nicht wegzudenken ist. Und Thomas erfährt durch den Herrn ja auch eine besondere Bevorzugung, wenn dieser ihn auffordert, seine Finger auszustrecken und die von den Wundmalen gezeichneten Hände zu berühren und die Hand in seine Seite zu legen. Wie oft mögen Menschen in ihrer Verzweiflung am Glauben sich in diese Lage gesehnt haben: den auferstandenen Herrn zu sehen, zu hören und berühren zu dürfen. Thomas selbst ist auch überwältigt von dieser Begegnung und denkt gar nicht mehr daran, ob er den Herrn nun berühren soll oder nicht: er antwortet einfach mit dem Bekenntnis: „Mein Herr und mein Gott!“


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kath 2:30 Dies DominiDie Debatte um den sexuellen Missbrauch offenbart ein ekklesiologisches Grundproblem

Kaum ein Tag vergeht seit Anfang des Jahres, an dem nicht über sexuellen Missbrauch, der von kirchlichen Amtsträgern begangen wurde, gesprochen wird. Ein neuer Höhepunkt wurde in der Karwoche, speziell an den Kar- und Ostertagen erreicht. Die Medien überschlugen sich mit Meldungen, welcher Bischof in seiner Karfreitags- oder Osterpredigt zum sexuellen Missbrauch Stellung bezogen hat und wer nicht, welcher kirchliche Würdenträger sich entschuldigt habe und wer nicht und dass der Papst zu allem wieder geschwiegen hätte.

Allein diese Berichterstattung zeigt, wie brennend das Thema im gesellschaftlichen Bewusstsein verankert ist. Die Menschen sind irritiert – auch und vor allem die Katholiken. Was nicht für möglich gehalten wurde, ist Gewissheit geworden: Priester haben Kinder missbraucht. Manche der Fälle, die jetzt bekannt werden, liegen Jahrzehnte zurück, manche sind aber noch aktuell.

Ich gestehe ein, dass es für  kirchliche Würdenträger schwierig ist, sich diesem Thema zu stellen. Das, was nicht sein durfte, ist geschehen. Die Öffentlichkeit verlangt nach einer Reaktion. Und diese Reaktion ist notwendig. Das Vertuschen und Verschweigen ist allzu lang praktiziert worden. Auf keinen Fall darf das Problem deshalb ausgesessen werden.


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kath 2:30 Dies DominiLesejahr C – Ex 14,15-15,1

Wolkensäule oder Ostwind – die Gnade setzt die Natur voraus!

Mose, so hörten wir in dieser Nacht aller Nächte, streckte seine Hand über das Meer aus, und der Herr trieb die ganze Nacht das Meer durch einen starken Ostwind fort. In der Überfülle der Bilder und Geschichten in der liturgischen Feier der Auferstehung in dieser heiligen Nacht tauchen viele archaische Bilder aus dem kollektiven Gedächtnis der Israeliten im Besonderen, aber eigentlich der ganzen Menschheit auf. Und es klingt sehr richtig, wenn der Priester die uralten Wunder Gottes preist, wie sie noch in unsere Tage hinein leuchten. Es sind große und heilige Bilder, die das Wunder aller Wunder vorbereiten und ausdeuten, die Auferstehung unseres Herrn. Sie sind fast zu groß, diese Schilderungen der Schöpfung, der Darbringung des Isaak, des Durchzugs durch das Rote Meer, die Zukunftsvision des künftigen Jerusalem, die Ankündigung des Neuen Bundes, die Preisung des Weisheitswegs und schließlich die Zusage Gottes für ein neues Herz, nicht mehr das aus Stein, sondern eines, das uns als sein Volk leben lässt, damit er unser Gott sein wird.


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