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kath 2:30 Dies DominiDies Domini – Vierter Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B

So fing alles an. Mit den Worten und Taten Jesu in der Synagoge von Kafarnaum beginnt im Markusevangelium das öffentliche Wirken Jesu. Markus kennt keine Weihnachtserzählung. Er beginnt mit dem Erzählung des Auftretens Johannes des Täufers und der Schilderung der Taufe Jesu am Jordan. Danach wird Jesus in der Wüste versucht – ohne dass, anders als in den anderen Evangelien, die Art der Versuchung näher beschrieben würde. Es ist wohl eine Zeit der inneren Annahme seines Auftrages gewesen, denn danach

„verkündete er das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ (Mk 1,24b.15)

Nun, nachdem er die ersten Jünger in seine Nachfolge gerufen hat, schildert Markus, wie Jesus in der Synagoge von Kafarnaum öffentlich lehrt – und seinen Worten Taten folgen lässt: Die Heilung eines Menschen, der von einem unreinen Geist besessen war, ist die erste, von der Markus berichtet.


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kath 2:30 Dies DominiIn den Farben getrennt, in der Sache vereint … wenn es um Fragen geht, die noch wichtiger sind als die schönste Nebensache der Welt, treten sogar im Fußball jene Rivalitäten in den Hintergrund, die dem Spiel die eigentliche Würze geben. Es wäre dem Spiel höchst abträglich, wenn die gegnerischen Mannschaften sich gegenseitig höflich die Tür zum Tor aufhielten. Auch die Stimmung im Stadion lebt von der Konkurrenz. Wenn es aber um die Existenz geht, Leib, Leben und Freiheit, tritt die Rivalität in den Hintergrund. Die Farben trennen weiterhin, der Respekt vor dem Leben aber gebietet Einheit in der Sache.

Wuppertal hat in der vergangenen Woche ein eindrückliches Zeichen für den Respekt des Lebens, der Freiheit und Demokratie gesetzt. Ganze zwei Demonstrationen wendeten sich angesichts der Enthüllungen eines Geheimplanes rechtsextremer AfD-Anhänger und Neonazis, die das Recherchenetzwerk „Correctiv“ veröffentlicht hatte, gegen antisemitische, rechtsnationale und rassistische Umtriebe. Eindrucksvoll war vor allem die Demonstration mit geschätzt 10.000 Teilnehmern, zu der das Aktionsbündnis „Wuppertal stellt sich quer“ aufgerufen hatte. An der Kundgebung des „Runden Tisches gegen Extremismus“ hatten immerhin 500 Menschen teilgenommen. Es schadet sicher überhaupt nicht, dass es zwei Demonstrationen zu einem Thema gab, dass existentiell für die Demokratie gab. Es steht sogar zu hoffen, dass es nicht bei diesen zwei Kundgebungen bleibt. Was irritiert, ist die Tatsache, dass es beiden Bündnissen nicht gelungen ist, trotz aller Differenzen zu einem einheitlichen Aufruf für die wichtige Sache zusammen zu finden. Nicht ohne Grund mahnt der Weisheitslehrer Jesus von Nazareth:


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kath 2:30 Dies DominiDies Domini – Zweiter Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B

Kennen Sie LOL? LOL ist ein Video-Format, das für Amazon Prime produziert wird und dort, inzwischen in der vierten Staffel, zu sehen ist. Für Ostern ist mit Staffel 5 zu rechnen. Dabei geht es um eine Gruppe recht bekannter „Comedians“, die sich gegenseitig zum Lachen animieren wollen, weil, wer zuerst lacht, fliegt als erster raus, Gewinner ist, wer zuletzt lacht. Falls überhaupt. Allerdings sind die Episoden bisweilen wirklich urkomisch.

Das Konzept stammt aus Japan und wird jetzt auch, nach meinem Eindruck, von höheren Kirchenkreisen adaptiert. Daniel Deckers von der FAZ nennt es „Mummenschanz“, was dort gespielt wird: zuerst tritt ein Problem auf, z.B. der Umgang der Kirche mit gleichgeschlechtlich empfindenden Paaren, das Problem nimmt an Virulenz zu, der Papst lässt seinen Glaubenshüter Fernández ein jüngeres Verbotsschreiben dessen Behörde mit blumigen Nebelkerzen einkassieren, woraufhin sich über diesen ein veritabler Shitstorm ergießt, angeführt von den Kardinälen Müller und Sarah. Daraufhin rudert der angegriffene emsig zurück, bekräftigt die alte Lehre und verkürzt mögliche Segnungsriten auf 10 Sekunden, wobei spätestens jetzt die meisten Betrachter sich wohl nicht mehr vor Lachen halten könnten, wenn das Thema damit nicht so ganz und gar den betroffenen Menschen nicht gerecht würde. Mummenschanz scheint da nur ein mildes Urteil.


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kath 2:30 Dies DominiWieder einmal ist es nach der Sintflut. Gefühlt scheint sich die Frequenz solcher Naturgewalten zu erhöhen. Mit einem gewissen Fatalismus werden die sich häufenden Ereignisse hingenommen, wo früher noch die Klage erhoben wurde, wie Gott so etwas zulassen können … so er denn ist. Was glauben Sie denn?

Mit eben jenem Fatalismus scheinen viele auch die anderen Krisen der Welt bestenfalls zu Kenntnis zu nehmen. Ob der Krieg im Nahen Osten, der droht, zu einem Flächenbrand zu werden, oder dem Überfall Russlands auf die Ukraine, bei dem ein Autokrat nicht nur die Jugend des eigenen Volkes für seine Ideologie opfert – im saturierten Westen möchte man mit all dem eigentlich nichts zu tun haben. Bestenfalls zündet man Kerzen des Friedens an, betet vielleicht für die Beendigung des Krieges oder singt mit der Inbrunst der eigenen unbedrohten Existenz von Herzen, dass Friede für alle werden möge. Das ist allzu menschlich, aber letztlich zu wenig, wie Nathan der Weise in Lessings dramatischem Gedicht seine Tochter Recha lehrt:

„Begreifst du aber, wie viel andächtig schwärmen leichter, als gut handeln ist? Wie gern der schlaffste Mensch andächtig schwärmt, um nur – ist er zuzeiten sich schon der Absicht deutlich nicht bewusst – um nur gut handeln nicht zu dürfen?“


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