Herzlich Willkommen bei kath 2:30, dem Blog der Katholischen Citykirche Wuppertal.
Hier geht es zum Videopodcast von kath 2:30.
Besuchen Sie auch die Mystagogische Kirchenführung.
Oder die Seite des Heiligen Laurentius, unter Stadtpatron Wuppertal.

kath 2:30 Dies DominiWenigstens einmal im Jahr verlassen katholische Gläubige die schützenden Mauern der Kirche. Die Monstranz mit dem Allerheiligsten wird durch die Straßen getragen, jenem Stückchen ungesäuertem Brot, das nach katholischem Glauben durch die Konsekration zum Leib Christi selbst gewandelt wurde. Die, die dem Allerheiligsten durch die Straßen folgen, zeigen ihren Glauben mit offenem Visier. Zweifelsohne teilen nicht alle den Glauben an die reale Gegenwart Jesu Christi in der konsekrierten Hostie. Gerade deshalb zeugt es von Freimut, sich öffentlich zu seinem Glauben zu bekennen.

Öffentlicher Freimut – griechisch „Parrhesia“ – ist ein prägendes Wesensmerkmal, zu dem das Neue Testament immer wieder auffordert. Der Autor des 1. Petrusbriefes fordert unumwunden:

„Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die euch erfüllt.“ (1 Petr 3,15)

Die freimütige Rede ist auch in der aktiven Verkündigung gefordert:

„Verkünde das Wort, tritt auf, ob gelegen oder ungelegen, überführe, weise zurecht, ermahne, in aller Geduld und Belehrung!“ (2 Tim 4,2).

Leisetreterei scheint offenkundig nicht die Haltung der Zeugen Jesu Christi zu sein.


0 Kommentare

kath 2:30 Dies DominiDies Domini – Pfingstsonntag, Lesejahr B

Wie kommt es, verehrte Leserinnen und Leser, dass ein in der öffentlichen Wahrnehmung so wenig prägnantes Fest, dessen spezifischer Gehalt wohl selbst den meisten Christen nicht ganz präsent sein wird, es auf zwei Feiertage bringt?

Weihnachten, das liegt bei diesem stimmungsvollen Kerzenschein- und Glühweinfest auf der Hand, kann gar nicht lange genug sein, wenn auch der zweite Feiertag mit dem Martyrium des Hl. Stephanus doch etwas als Spaßverderber auftritt. Und Ostern hat mit der Erzählung von den Emmaus-Jüngern am Ostermontag ein Highlight, um uns von der Freude des Abendmahls Jesu mit seinen Jüngern über den Absturz in den Tod am Karfreitag und durch die Höllennacht des Karsamstags bis zum österlichen Auferstehungsmorgen in den kirchlichen Alltag zu begleiten, ohne je wieder die Begegnung mit dem Auferstandenen zu vergessen. Aber der Pfingstmontag? Die Kirche nennt ihn das Fest Mariens, der Mutter der Kirche. Müsste das nicht Maria Magdalena als erste Auferstehungszeugin sein? Zwar auch nur eine „Knallzeugin“: die erst etwas mitbekommt, wenn es geschehen ist. Aber immerhin.


0 Kommentare

kath 2:30 Dies DominiWissen Sie, wer Sie sind? Das ist jedenfalls die Forderung des wiedergewählten CDU-Parteichefs Friedrich Merz. Auf dem eben zu Ende gegangenen CDU-Parteitag forderte er mit gewohnt klarkantigem Ton: „Wir müssen wissen, wer wir sind, wo wir stehen, was wir wollen.“

Bei genauerem Hinschauen schillern die schönen Worte wie Seifenblasen. Wer wissen muss, wer er ist, wo sie steht und was wir wollen … weiß es eben noch nicht. Die Worte sind wie ein ungedeckter Scheck. Das gilt auch für die viel beschworene „Leitkultur“. Auch dieses Wort changiert in vielen Farben. Wer aber immer versucht, diese Leitkultur zu definieren, wird sich zwischen Leberkäs und Labskaus verlieren. Ist hier Brauchtumspflege gemeint (also Bosseln oder Platteln), das Grundgesetz und die dort definierten Grundwerte und -rechte oder die viel beschworene christliche Tradition des Abendlandes (die jüdische hat man ja erst nach der Katastrophe der Shoa entdeckt)? Die „Leitkultur“ bleibt eine Worthülse, die vielsagend nichts sagt.


0 Kommentare

kath 2:30 Dies DominiDies Domini – Sechster Sonntag der Osterzeit, Lesejahr B

In den Schriftlesungen vom 6. Sonntag der Osterzeit ist viel von Liebe die Rede – und davon, dass wir einander lieben sollen. Liebe ist ein großes Wort, dass vielen allzu leicht über die Lippen kommt. Oft wird damit ein romantisches Gefühl verbunden oder eine Art von lieb sein, das Konflikte vermeidet. Auch Gott soll, oft als „lieber Gott“ angesprochen, möglichst anspruchslos sein, dafür aber als Vollversorger auftreten, der dem Menschen jegliche Last abnimmt. Tut er das nicht, wendet sich der Mensch enttäuscht ab und droht seinerseits mit Liebesentzug. Das ist eine fatale Vertauschung der Rollen, in der der Mensch letztlich Gott nach seinem Bild erschafft und nicht das nach dem Bild Gottes erschaffene Geschöpf ist. Wer sind wir, dass wir Gott sagen könnten, wie er uns gegenüber zu sein habe.

Kein Zweifel: Der Autor des Johannesbriefes unumwunden fest: Gott ist Liebe. Aber was ist Liebe? Zweifelsohne wohl kein romantisches oder oberflächliches Gefühl wohliger Befindlichkeit, den der Johannesbrief fährt fort:


0 Kommentare