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kath 2:30 Dies DominiDies domini – Fest Taufe des Herrn, Lesejahr C

Geht es Ihnen auch manchmal so? Man hört aufmerksam einer Predigt zu, gern in einer Kindermesse, und der Gottesmann ermahnt dazu, auch untereinander in Schule und Kindergarten freundlich zueinander zu sein und Frieden zu halten, denn der Frieden – auch zwischen den Völkern-, beginne mit Dir und mir. Ebenso freut es mich regelmäßig, wenn ich aufgefordert werde, Buße zu tun und am besten in einer Gebetsnovene um Vergebung für die Missbrauchsfälle zu bitten, die offenbar nach Art einer Heuschreckenplage ganz unverschuldet die Institution Kirche heimsuchen. Man müsste darüber lachen, wenn es nicht so traurig wäre. Warum ist es in unserer Kirche so schwer, sich selbst kritisch zu hinterfragen und in Frage stellen zu lassen, wo wir doch wissen, dass letztlich bei ihm, unserem Herrn, die Rettung verheißen ist, letztlich egal, ob und inwieweit wir unserem göttlichen Plan entsprechen oder versagt haben, wenn es denn wenigstens nicht stets an gutem Willen mangelte.

Warum denkt es in unseren „Hierarchien“ so oft, man dürfe nur selbst makellos erscheinen, mindestens im Selbstbild, um desto ungestörter alle andern in den Senkel zu stellen? Was denkt sich ein Prediger, einen kindlichen Streit in der Schule kurzschlüssig mit dem Krieg in der Welt in Verbindung zu bringen? Wer sich um den Fußball auf dem Schulhof streitet, verhindert damit sicher nicht den Weltfrieden. Wundern wir uns über den stetig zurückgehenden Kirchenbesuch, wenn ein Pfarrer im Sonntagsgottesdienst den Gläubigen vorwirft, sie würden schon eines Tages sehen, was sie davon hätten, wenn sie immer die falschen Fragen stellten; solche, auf die die Kirche keine Antwort geben mag oder kann. Diese Zeitgeistaversion, die doch in aller Regel nur die fehlgeleitete Altzeitgeistliebe zu den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts ist, wird uns bei der Bewältigung unserer heutigen Aufgaben nicht viel helfen.


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