Herzlich Willkommen bei kath 2:30, dem Blog der Katholischen Citykirche Wuppertal.
Hier geht es zum Videopodcast von kath 2:30.
Besuchen Sie auch die Mystagogische Kirchenführung.
Oder die Seite des Heiligen Laurentius, unter Stadtpatron Wuppertal.

kath 2:30 Dies DominiDas Volk ist der Souverän. Bei Störungen individueller Befindlichkeiten, aber auch bei gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen, an denen die Gegenwart nicht gerade arm ist, erweist sich, ob er in der Lage ist, souverän zu handeln; oder verhält er sich wie ein Kind in der Quengelzone des Discounters, das nur die eigenen Bedürfnisse befriedigt sehen will. In Krisen zeigt sich, ob ein Volk aus Milchtrinkern oder Schwarzbrotessern besteht. Was glauben Sie denn?

Das Phänomen ist nicht neu. Immer schon wurde auf „die da oben“ geschaut, wenn es schwierig wurde. Verantwortung lässt sich in einer Demokratie aber nicht wirklich delegieren. Freiheit ist ein hohes Gut; Freiheit ist allerdings auch eine hohe Verantwortung, die jede und jeden angeht. Selbst eine stabile Demokratie duldet nicht die Trägheit des Souveräns. Wenn er der Herausforderungen der Freiheit müde geworden ist, ruft er gerne nach einem starken Führer, an den er die Verantwortung delegieren kann – wie ein kleines Kind, das nach den Eltern ruft. Ein Kind ist unmündig. So wird es auch dem Souverän geschehen, der die Verantwortung los werden möchte. Dabei bedarf es in einer herausfordernden Gegenwart mit ihren vielen Krisen mündiger Erwachsener, die wissen, dass Heilung manchmal auch unangenehme Therapien nicht ausschließt – angefangen von den Herausforderungen des Klimawandels, der sich einer Ouvertüre gleich in den rekordverdächtigen Hitzetagen andeutet, über die Frage, ob der Friede einfach geschieht oder verteidigt werden muss, bis hin zu den offenkundig notwendigen Reformen im Gesundheits- und Sozialwesen, weil die Frage im Raum steht, wer all das bezahlen soll.


0 Kommentare

kath 2:30 Dies DominiWas waren das für Zeiten, in denen man die Ferien ersehnt und sich auf den verdienten Urlaub vorbereitete. Die Fahrt zu Flughafen, Einchecken und beim Abheben schon die Seele baumeln lassen. Und jetzt das: Chaos an den Flughäfen, gecancelte Flüge, Stress am Check-in. Wer vom Strand in Dubai träumte, findet sich gestrandet in Düsseldorf wieder. Natürlich zeigen sich viele überrascht, wie das passieren konnte: Die Ferien kamen wieder einmal völlig unerwartet. Was glauben Sie denn?

Der Weg ist eben nicht das Ziel. Im Gegenteil: Mancher Weg entpuppt sich als Sackgasse oder als Kreisverkehr, der an gar kein Ziel führt. Tatsächlich hätte man vorausschauend planen und entsprechende Ressourcen bereitstellen müssen. Wenn die denn da wären. Jetzt erlebt die Gesellschaft unter anderem die realen Folgen der Corona-Pandemie: Die Lockdowns der Vergangenheit haben dazu geführt, dass sich viele beruflich umorientiert haben. Außerdem deuten die bleibend hohen Inzidenzwerte auf einen wahrscheinlich hohen Krankenstand hin. So muss die Wuppertaler Stadtsparkasse in diesen Tagen wegen des hohen Krankenstandes mehr als die Hälfte ihrer Filialen schließen. Der Lockdown ist Geschichte, also muss geschlossen werden! Der Höhenflug der vermeintlich wiedererlangten Freiheit und die aus Vor-Corona-Zeiten stammende Gewohnheit, der im Großen und Ganzen reibungslosen Verfügbarkeit personeller und materieller Ressourcen, erlebt einen harten Aufprall in der tatsächlichen Wirklichkeit. Das Recht auf individuelle Freiheit erfährt die Grenzen der faktischen Wirklichkeit.


0 Kommentare