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kath 2:30 Dies DominiWunder sind des Glaubens liebstes Kind … und des Zweiflers auch. Was für die einen ein vordergründiger Ausweis göttlichen Wirkens in der Welt ist, ist für die anderen, die mit unverhohlenem Stolz auf die vermeintliche Aufgeklärtheit ihrer Vernunft verweisen, geradezu der Ausweis der Unvernunft des Glaubens. Letztere begründen also mit der vermeintlichen Unvernunft der Wunder, die eigenen Zweifel, währende Erstere ihren Glauben in den Wundern erwiesen sehen. Das ist vor allem an einem Fest wie Christi Himmelfahrt, das Christen am vergangenen Donnerstag feiern, der Fall: Dort wird doch verkündet, dass der auferstandene Jesus vor den Augen seiner Jünger emporgehoben, von einer Wolke aufgenommen und ihren Blicken entzogen wurde (vgl. Apg 1,9). Fast hat man den Eindruck, noch die Fußabdrücke der Sandalen des zum Himmel aufgefahrenen Jesus sehen zu können. Für die einen ein Ausdruck der Göttlichkeit Jesu, für die anderen ein nachgerade lächerliches Märchen, über das man vernunftstolz lacht. Wie aber halten sie es mit dem Glauben? Was glauben Sie denn?

Beiden, den naiv Glaubenden und den vorschnell Skeptischen, ist eine merkwürdige Zweifellosigkeit zu eigen. Beide bleiben aber nur an der Oberfläche und lassen sich vom Schein des vermeintlich Außergewöhnlichen blenden. Beide bauen auf diesem dünnen Eis eigene Luftschlösser. Sie ähneln darin den Jüngern, die zum Himmel emporschauen. Beide sehen Wolken. Die einen wähnen Jesus im Nebel, die anderen sehen natürlich nichts. Das ist schon in der Bibel so. Nachdem Jesus von der Bildfläche verschwindet, heißt es dort:


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kath 2:30 Dies DominiDies Domini – Zweiter Sonntag der Osterzeit – Weißer Sonntag, Lesejahr A

Wer dieses Bild, das Caravaggio anfangs der Neuzeit liebenswürdiger Weise für das heutige Sonntagsevangelium zur Illustration gemalt hat, nämlich die Begegnung des Didymus genannten Apostels Thomas mit dem Auferstandenen, in dem er in unerhörter Deutlichkeit und Härte die Finger des Apostels zeigt, wie sie in der Seitenwunde des Herrn geradezu bohren, einmal gesehen hat, wird es nicht wieder vergessen. In meisterlicher Weise im Spiel des Lichts und der Schatten stehen in unglaublicher Konzentration drei Männer um den ganz gelassenen und doch zugewandten Jesus, der seine Seite entblößt und selbst die Hand führt, mit der Thomas von seinen Zweifeln geheilt wird, weil er selbst seine Hand in die Seite des gekreuzigten und doch lebendigen Christus legen kann. Es ist eine ungemein naturalistische und doch durch und durch künstlerisch geprägte Sichtweise, in der man die Haut Jesu sich wie ein Augenlid abheben sieht und doch in jedem Moment des Schauens erkennt, wie dies ein dichtes Zeichen und Abbild einer nicht geschauten, sondern geglaubten Wirklichkeit ist. Das Bild ist erschütternd und genau zu diesem Zweck gemalt, zur Erschütterung des Betrachters in seiner Wahrnehmung. Mag sein, Caravaggio dient es zur Illustration der leiblichen Dimension der Gegenreformation gegen die bloß fromm-seelische Weltanschauung der Reformatoren. Vor allem aber ist frappierend, wie es heute für uns den Sinn der Schrift erschließt: Ich selbst, der Auferstandene, führe Deine Hand, Du Zweifler, damit Du glaubst und damit all die selig sein können, die nicht sehen und doch glauben. An uns ist es dann, zu antworten und ihm zu sagen:


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