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kath 2:30 Dies DominiSchach – das ist Politik in Spielform. Jedenfalls stellen sich viele das so vor. 64 weiße und schwarze Felder, 32 Figuren mit unterschiedlichen Aufgaben, 16 davon auf jeder Seite gleich. Die Ausgangssituation ist fair verteilt – Politik und Macht auf Augenhöhe. Das Ziel ist allerdings, den gegnerischen König matt zu setzen. Der Bessere oder die, die die klügeren Züge spielt, gewinnt. Bei gleichstarken Spielern ist auch ein Remis möglich – oder ein Patt, wenn keine anderen Züge möglich sind und ein König nicht mehr ziehen kann, weil alle Felder um ihn herum bedroht sind. Die Regeln sind festgeschrieben. Schach ist so gesehen ein Spiel regelbasierter Politik, ein Paradebeispiel spielgewordenen Völkerrechts. So muss Politik funktionieren! Was glauben Sie denn?

Nun setzt das Schachspiel voraus, dass beide Gegner sich an die Regeln halten. Man beendet das Spiel einfach, wenn sich einer nicht an die Regeln hält. Das echte Leben hingegen ist kein Spiel dieser Art. Hier bemühen sich viele, nach den vermeintlich vereinbarten Regeln zu spielen, die sich in langen, manchmal Jahrhunderte währenden Prozessen als Konventionen herausgebildet haben. Das Spielfeld des Lebens ist der Planet Erde. Den kann man nicht verlassen. Wir sind verdammt, auf diesem Spielfeld das Spiel des Lebens zu spielen – ein Spiel, in dem zunehmend das Recht der Stärkeren gilt. Die konventionellen Regeln werden zunehmend ignoriert.


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kath 2:30 Dies DominiDies Domini – Taufe des Herrn, Lesejahr A

Es ist schon fast Mitte Januar und so manch eine oder einer von uns hat sich bestimmt gute (höchst wahrscheinlich auf Dauer unhaltbare) Vorsätze fürs neue Jahr vorgenommen. Seien es mehr Sport, weniger ungesundes Essen oder Alkohol nach den Festtagen, Ordnung der Finanzen – Gründe und Motive gibt es viele. Sollten Sie sich aber keine vorgenommen haben oder vielleicht auch schon gescheitert sein, dann mögen die Texte des heutigen Sonntags vielleicht Anlass für das Fassen weiterer Vorsätze geben.

Mit dem heutigen Sonntag endet der Weihnachtsfestkreis; ab morgen beginnen die vielen (Sonn)-Tage im Jahreskreis. Diese Zäsur ist in den liturgischen Texten bemerkbar: Waren die Lesungen und Evangelien seit dem ersten Advent alle geprägt von der Inkarnation Jesu, so ändert sich dies mit dem Fest der Taufe des Herrn: Der Fokus verlagert sich ab jetzt auf das öffentliche Wirken Jesu.


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