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kath 2:30 Dies DominiDer Mensch ist ein zutiefst analoges Wesen. Sicher, die Möglichkeiten der Digitalität bietet viele Chancen. Wo Nachrichten früher per Bote überbracht werden mussten, erreichen. E-Mails und Messengernachrichten in Lichtgeschwindigkeit das andere Ende der Welt. Vieles wird einfacher. Scheinbar jedenfalls. Denn manchmal kommt der Mensch nicht mehr hinterher.

Die Entwicklung schreitet rasant voran. Vor nicht allzu langer Zeit eroberten die sogenannten sozialen Medien die Heime und Hirne. Der Mensch als analoges Wesen ist ihnen noch ausgeliefert, denn in der analogen Welt galten entweder Regeln des sozialen Anstandes. Man wusste, dass es oft besser ist zu schweigen, um als weise zu gelten. Auch bedurfte es eines gewissen Aufwandes, einer nicht anwesenden Person einmal so richtig die Meinung zu sagen. Man schrieb Briefe, die man – seien sie handgeschrieben oder ausgedruckt – zeitaufwändig zu Papier brachte, das man kuvertieren musste. Auf das Kuvert musste man die eine Adresse schreiben – eine (!), denn Massennachrichten waren teuer, schließlich kostete der Versand Geld. Die Nachrichten waren etwas wert. Dann brachte man sie zur Post. Alles in allem ein Prozess der Zeit beanspruchte und viele Möglichkeiten zum Umdenken bot. Heute ist die eigene Befindlichkeit schnell in die Kommentarspalten und Messenger getippt und per Klick einer gesichtslosen Masse öffentlich zugänglich gemacht. Nachgedacht wird nur noch selten. Rausgehauen schon viel mehr. Was glauben Sie denn?


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kath 2:30 Dies DominiEin greiser Mann wartet. Worauf er gewartet hat, wird ihm erst klar, als das Erwartete eintritt. Die Christenheit feierte gestern das Fest „Darstellung des Herrn“, im Volksmund auch als „Maria Lichtmess“ bekannt. Das Lukasevangelium legt nach der Weihnachtserzählung viel Wert darauf, dass das Leben Jesu tief im Judentum verwurzelt ist. In Lukas 2,21 wird von seiner Beschneidung berichtet, woran sich die Erzählung des ersten Besuches des Säuglings Jesu im Tempel anschließt. Bemerkenswert ist, dass der Besuch anlässlich der vorgeschriebenen Reinigungsopfers geschieht, dem sich die Mutter eines Sohnes nach Levitikus 12,2-4 vierzig Tage nach dessen Geburt unterziehen musste. Interessant ist, dass die andere Vorschrift, nämlich die Auslösung des Erstgeborenen, die Pidjon HaBen, unerwähnt bleibt. Nach Exodus 13,2 ist alle Erstgeburt geheiligt und gehört Gott und muss ihm deshalb im Tempel übergeben werden. Dort wird der Erstgeborene üblicherweise nach Num 18,16 durch ein Geldopfer ausgelöst. Lukas berichtet nun von der vorgeschriebenen Reinigung der Maria und der Darstellung Jesu im Tempel, nicht aber von dessen Auslösung. Er bleibt damit erzählerisch im „Besitz“ Gottes.

Damit setzt sich fort, was Lukas schon von der Verkündigung an andeutet: Dieser Jesus ist anders. Das scheint auch der greise Simeon zu ahnen, der gewartet hat und nun eine Verheißung über den Neugeborenen spricht:


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