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kath 2:30 Auf ein Wort LogoWeihnachten ist für Christen das Fest der Ankunft des Sohnes Gottes. Das Weihnachtsfest findet am 25. Dezember statt. Ursprünglich war dieses Fest nicht mit dem Brauch des Schenkens verbunden. In katholischen Ländern fand die Bescherung ursprünglich am 6. Dezember, dem Fest des Hl. Nikolaus statt. Die vielfältigen Nikolauslegenden, in denen der Heilige als Wohltäter besonders Kindern gegenüber dargestellt wird, standen Pate für das Entstehen dieses Brauches.

Im Zuge der Reformation, die auch die katholische Heiligenverehrung ablehnte, konnte eine Bescherung nicht mehr am Nikolaustag stattfinden. So „erfand“ Martin Luther 1535 das „Christkind“. Auf sein Betreiben hin, erhielten in den evangelisch geprägten Regionen die Geschenke nunmehr am Weihnachtsmorgen durch den „heiligen Christ“. Weil Weihnachten das Fest der Geburt Jesu Christi ist, sprach man vom „Christkind“.

Im Laufe der Zeit verbreitete sich die neue „Christkind“-Tradition auch in katholischen Regionen. Hier verband es sich mit Brauch, bei dem die Weihnachtsbotschaft wie in der Bibel von einem Verkündigungsengel ausgerufen wird. Das Christkind wurde so zu einer engelgleichen Figur, die nun nicht selten weibliche Züge trägt (z.B. das Christkindl in Nürnberg). So gesehen sind das Christkind und das Christuskind letztlich verschiedene Figuren: Das Christkind verkündet als Engel die Geburt des Christuskindes, wie es auch in dem traditionellen, von Martin Luther gedichteten Lied “Vom Himmel hoch, da komm ich her …” ausgedrückt wird.

In der Gegenwart wird das Christkind durch den Weihnachtsmann ersetzt, einer Figur, die zum einen in der Nikolaustradition gründet, aber auch Wurzeln im „Väterchen Frost“-Brauchtum Osteuropas besitzt. Erste Zeugnisse des „Weihnachtsmanns“ findet man 1835 im Lied „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ von Hoffmann von Fallersleben. Ursprünglich grün gekleidet erhielt der Weihnachtsmann 1931 im Rahmen einer Werbeaktion von Coca Cola in New York sein rotes Gewand.

Die zunehmende Präsenz von Weihnachtsmännern bringt es mit sich, dass die eigentlichen Wurzeln des Weihnachtsfestes, die in der „Christkind“-Tradition lebendig sind, zunehmend verloren gehen.

Dr. Werner Kleine

Dr. Werner Kleine

Autor: Dr. Werner Kleine

Dr. Werner Kleine ist katholischer Theologe und Initiator der Katholischen Citykirche Wuppertal. Er tritt für eine Theologie ein, bei der der Mensch im Mittelpunkt steht.

2 Kommentare

  1. kath 2:30 schrieb am 19. Dezember 2009 um 16:08 :

    Christkind – ja oder nein?…

    Eine aufgeklärte Pädagogik räumt mit dem Christkind-Glauben auf – so ist nicht selten zu hören. Moderne entwicklungs- und religionspsychologische Erkenntnisse gehen allerdings in eine andere Richtung. So geht der amerikanische Psychologe und Theo…

  2. Johannes King schrieb am 14. Dezember 2015 um 10:38 :

    Ich fand den Text sehr interessant und bildend.

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