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kath 2:30 Dies DominiEr ist wieder da! Dem Hörensagen nach soll er von den Toten auferstanden sein. Einige waren ihm sogar begegnet. Sie berichteten von merkwürdigen Erfahrungen. Er war so anders. Irgendwie nicht mehr von dieser Welt. Aber es gab Zeichen, die keinen Zweifel an seiner Identität ließen: Die Stimme, die Art, wie er den Namen aussprach, die Weise, wie er das Brot brach, die Wundmale – alles wie zu seinen Lebzeiten. Die Jünger waren verstört, aber auch erlöst und befreit. Nur einer konnte das, was er hörte, nicht glauben. Thomas, einer der Zwölf, war ihm noch nicht begegnet. Der Tod Jehoshuas am Kreuz – das war das letzte Mal, dass er ihn gesehen hatte, bevor er floh wie die anderen. Sie wollten zurück nach Galiläa. Sie hatten sich getrennt. Es war jetzt besser, nicht gemeinsam gesehen zu werden. Und nun, gut eine Woche später, hatte er sie wieder gefunden. Er hatte die Gerüchte gehört und war auf halbem Weg umgekehrt und zurück nach Judäa gegangen. Er hörte von den Frauen aus ihrem Kreis, die das Grab leer vorgefunden hatten. Was aber sagt schon ein leeres Grab? Wahrscheinlich hatten ihre Feinde den Leichnam Jesu fortbringen lassen, um keine Wallfahrtsstätte für die Jünger entstehen zu lassen. Auch hörte er davon, dass ihre Gegner das Gerücht streuten, sie hätten den Leichnam gestohlen und behaupteten nun, er sei auferstanden. So ein Stuss. Wo hätten sie denn den Leichnam verstecken sollen? Ein leeres Grab ist halt ein leeres Grab. Sonst nichts.


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kath 2:30 Dies DominiDies Domini – Zweiter Sonntag der Osterzeit – Weißer Sonntag, Lesejahr A

Wer dieses Bild, das Caravaggio anfangs der Neuzeit liebenswürdiger Weise für das heutige Sonntagsevangelium zur Illustration gemalt hat, nämlich die Begegnung des Didymus genannten Apostels Thomas mit dem Auferstandenen, in dem er in unerhörter Deutlichkeit und Härte die Finger des Apostels zeigt, wie sie in der Seitenwunde des Herrn geradezu bohren, einmal gesehen hat, wird es nicht wieder vergessen. In meisterlicher Weise im Spiel des Lichts und der Schatten stehen in unglaublicher Konzentration drei Männer um den ganz gelassenen und doch zugewandten Jesus, der seine Seite entblößt und selbst die Hand führt, mit der Thomas von seinen Zweifeln geheilt wird, weil er selbst seine Hand in die Seite des gekreuzigten und doch lebendigen Christus legen kann. Es ist eine ungemein naturalistische und doch durch und durch künstlerisch geprägte Sichtweise, in der man die Haut Jesu sich wie ein Augenlid abheben sieht und doch in jedem Moment des Schauens erkennt, wie dies ein dichtes Zeichen und Abbild einer nicht geschauten, sondern geglaubten Wirklichkeit ist. Das Bild ist erschütternd und genau zu diesem Zweck gemalt, zur Erschütterung des Betrachters in seiner Wahrnehmung. Mag sein, Caravaggio dient es zur Illustration der leiblichen Dimension der Gegenreformation gegen die bloß fromm-seelische Weltanschauung der Reformatoren. Vor allem aber ist frappierend, wie es heute für uns den Sinn der Schrift erschließt: Ich selbst, der Auferstandene, führe Deine Hand, Du Zweifler, damit Du glaubst und damit all die selig sein können, die nicht sehen und doch glauben. An uns ist es dann, zu antworten und ihm zu sagen:


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