Gesundheit gehört immer noch zu den wichtigsten Werten. Sie ist alles andere als selbstverständlich. In unserer Gesellschaft können wir uns glücklich schätzen, auf ein bewährtes Gesundheitssystem bauen zu können – noch! Was da von Ärztinnen und Pflegepersonal tagtäglich geleistet wird, wird hingegen auch nicht nur im politischen Diskurs nicht hinreichend gewürdigt. Wer je eine Nacht auf einer Intensiv- oder Überwachungsstation verbracht hat, lernt auch, dass es manchen Patienten an Respekt vor der Leistung der Pflegerinnen und Pfleger fehlt. Wo sind Haltungen wie Respekt, Höflichkeit und Solidarität eigentlich geblieben, die jene verdient haben, die in großer Mehrheit mit unerschütterlicher Geduld und Freundlichkeit ihren Dienst tun. Der, der dies schreibt, hat es jüngst selbst erlebt und zieht den Hut vor jenen, die mehr verdient haben als den wohlfeilen Applaus aus Coronazeiten. Was glauben Sie denn?
Die Frage nach dem, was Gesundheit unserer Gesellschaft wert ist, beschäftigt auch die Schlagzeilen in diesen Zeiten. Dabei erscheint der Wert der Gesundheit vor allem als Kostenfaktor. Jede Gesundheitsreform scheint dabei der Frage zu folgen, wie man die Kosten minimieren kann. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken jedenfalls stellt fest, dass
„nur ein finanziell stabiles System (…) zukunftsfähig [ist] und (…) eine gute Versorgung garantieren [kann]“. (Quelle)
Damit hat sie sicher Recht. Deshalb soll die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) reformiert werden. Aber wie sieht eine sozialverträgliche Finanzreform der GKV aus, die ja vor allem die unteren Einkommensgruppen betrifft, für die eine private Krankenversicherung nicht in Frage kommt?
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