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kath 2:30 Dies DominiGesundheit gehört immer noch zu den wichtigsten Werten. Sie ist alles andere als selbstverständlich. In unserer Gesellschaft können wir uns glücklich schätzen, auf ein bewährtes Gesundheitssystem bauen zu können – noch! Was da von Ärztinnen und Pflegepersonal tagtäglich geleistet wird, wird hingegen auch nicht nur im politischen Diskurs nicht hinreichend gewürdigt. Wer je eine Nacht auf einer Intensiv- oder Überwachungsstation verbracht hat, lernt auch, dass es manchen Patienten an Respekt vor der Leistung der Pflegerinnen und Pfleger fehlt. Wo sind Haltungen wie Respekt, Höflichkeit und Solidarität eigentlich geblieben, die jene verdient haben, die in großer Mehrheit mit unerschütterlicher Geduld und Freundlichkeit ihren Dienst tun. Der, der dies schreibt, hat es jüngst selbst erlebt und zieht den Hut vor jenen, die mehr verdient haben als den wohlfeilen Applaus aus Coronazeiten. Was glauben Sie denn?

Die Frage nach dem, was Gesundheit unserer Gesellschaft wert ist, beschäftigt auch die Schlagzeilen in diesen Zeiten. Dabei erscheint der Wert der Gesundheit vor allem als Kostenfaktor. Jede Gesundheitsreform scheint dabei der Frage zu folgen, wie man die Kosten minimieren kann. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken jedenfalls stellt fest, dass

„nur ein finanziell stabiles System (…) zukunftsfähig [ist] und (…) eine gute Versorgung garantieren [kann]“. (Quelle)

Damit hat sie sicher Recht. Deshalb soll die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) reformiert werden. Aber wie sieht eine sozialverträgliche Finanzreform der GKV aus, die ja vor allem die unteren Einkommensgruppen betrifft, für die eine private Krankenversicherung nicht in Frage kommt?


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kath 2:30 Dies DominiEr ist wieder da! Dem Hörensagen nach soll er von den Toten auferstanden sein. Einige waren ihm sogar begegnet. Sie berichteten von merkwürdigen Erfahrungen. Er war so anders. Irgendwie nicht mehr von dieser Welt. Aber es gab Zeichen, die keinen Zweifel an seiner Identität ließen: Die Stimme, die Art, wie er den Namen aussprach, die Weise, wie er das Brot brach, die Wundmale – alles wie zu seinen Lebzeiten. Die Jünger waren verstört, aber auch erlöst und befreit. Nur einer konnte das, was er hörte, nicht glauben. Thomas, einer der Zwölf, war ihm noch nicht begegnet. Der Tod Jehoshuas am Kreuz – das war das letzte Mal, dass er ihn gesehen hatte, bevor er floh wie die anderen. Sie wollten zurück nach Galiläa. Sie hatten sich getrennt. Es war jetzt besser, nicht gemeinsam gesehen zu werden. Und nun, gut eine Woche später, hatte er sie wieder gefunden. Er hatte die Gerüchte gehört und war auf halbem Weg umgekehrt und zurück nach Judäa gegangen. Er hörte von den Frauen aus ihrem Kreis, die das Grab leer vorgefunden hatten. Was aber sagt schon ein leeres Grab? Wahrscheinlich hatten ihre Feinde den Leichnam Jesu fortbringen lassen, um keine Wallfahrtsstätte für die Jünger entstehen zu lassen. Auch hörte er davon, dass ihre Gegner das Gerücht streuten, sie hätten den Leichnam gestohlen und behaupteten nun, er sei auferstanden. So ein Stuss. Wo hätten sie denn den Leichnam verstecken sollen? Ein leeres Grab ist halt ein leeres Grab. Sonst nichts.


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kath 2:30 Dies DominiIrgendwo in Deutschland: In einer Versammlung geht um die Zukunft eines Kirchenortes. Den ganzen Tag über wurde überlegt, wie man sich für die kommenden Jahre am besten aufstellen könne. Und dann: Eigentlich war alles schon zu Ende, die Runde kurz davor, sich aufzulösen, da kam doch noch ein Thema auf: Vor der Kirche, da hänge ja diese Regenbogenflagge, und vermehrt werde angemerkt, dass die Flagge als störend empfunden werde, auf persönlicher Ebene und da sie eben auch nicht der amtskirchlichen Linie entspreche.


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kath 2:30 Dies DominiDer Mensch ist ein zutiefst analoges Wesen. Sicher, die Möglichkeiten der Digitalität bietet viele Chancen. Wo Nachrichten früher per Bote überbracht werden mussten, erreichen. E-Mails und Messengernachrichten in Lichtgeschwindigkeit das andere Ende der Welt. Vieles wird einfacher. Scheinbar jedenfalls. Denn manchmal kommt der Mensch nicht mehr hinterher.

Die Entwicklung schreitet rasant voran. Vor nicht allzu langer Zeit eroberten die sogenannten sozialen Medien die Heime und Hirne. Der Mensch als analoges Wesen ist ihnen noch ausgeliefert, denn in der analogen Welt galten entweder Regeln des sozialen Anstandes. Man wusste, dass es oft besser ist zu schweigen, um als weise zu gelten. Auch bedurfte es eines gewissen Aufwandes, einer nicht anwesenden Person einmal so richtig die Meinung zu sagen. Man schrieb Briefe, die man – seien sie handgeschrieben oder ausgedruckt – zeitaufwändig zu Papier brachte, das man kuvertieren musste. Auf das Kuvert musste man die eine Adresse schreiben – eine (!), denn Massennachrichten waren teuer, schließlich kostete der Versand Geld. Die Nachrichten waren etwas wert. Dann brachte man sie zur Post. Alles in allem ein Prozess der Zeit beanspruchte und viele Möglichkeiten zum Umdenken bot. Heute ist die eigene Befindlichkeit schnell in die Kommentarspalten und Messenger getippt und per Klick einer gesichtslosen Masse öffentlich zugänglich gemacht. Nachgedacht wird nur noch selten. Rausgehauen schon viel mehr. Was glauben Sie denn?


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kath 2:30 Dies DominiSchach – das ist Politik in Spielform. Jedenfalls stellen sich viele das so vor. 64 weiße und schwarze Felder, 32 Figuren mit unterschiedlichen Aufgaben, 16 davon auf jeder Seite gleich. Die Ausgangssituation ist fair verteilt – Politik und Macht auf Augenhöhe. Das Ziel ist allerdings, den gegnerischen König matt zu setzen. Der Bessere oder die, die die klügeren Züge spielt, gewinnt. Bei gleichstarken Spielern ist auch ein Remis möglich – oder ein Patt, wenn keine anderen Züge möglich sind und ein König nicht mehr ziehen kann, weil alle Felder um ihn herum bedroht sind. Die Regeln sind festgeschrieben. Schach ist so gesehen ein Spiel regelbasierter Politik, ein Paradebeispiel spielgewordenen Völkerrechts. So muss Politik funktionieren! Was glauben Sie denn?

Nun setzt das Schachspiel voraus, dass beide Gegner sich an die Regeln halten. Man beendet das Spiel einfach, wenn sich einer nicht an die Regeln hält. Das echte Leben hingegen ist kein Spiel dieser Art. Hier bemühen sich viele, nach den vermeintlich vereinbarten Regeln zu spielen, die sich in langen, manchmal Jahrhunderte währenden Prozessen als Konventionen herausgebildet haben. Das Spielfeld des Lebens ist der Planet Erde. Den kann man nicht verlassen. Wir sind verdammt, auf diesem Spielfeld das Spiel des Lebens zu spielen – ein Spiel, in dem zunehmend das Recht der Stärkeren gilt. Die konventionellen Regeln werden zunehmend ignoriert.


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kath 2:30 Dies DominiEs sind nur noch wenige Tage bis Weihnachten. Dann feiert die Christenheit die Geburt eines jüdischen Kindes. Das Kind wird heranwachsen, erwachsen werden, das Wort Gottes in Wort und Tat verkünden, sich mit den Mächtigen seiner Zeit anlegen – und am Kreuz sterben. Was an Weihnachten beginnt, scheint an Karfreitag zu scheitern. Wenige Tage nach seinem Fluchtod werden Menschen aus seinem Jüngerkreis erfahren und bezeugen, dass er von den Toten auferstanden ist. In der gottgewirkten Auferstehung des gottverlassen am Kreuz Gestorbenen erkennen Christen, dass sich Gott in Jesus selbst offenbart hat. Von hier aus feiern Christen Weihnachten als Fest der Menschwerdung Gottes. Hier geschieht Großes: Gott begibt sich in das menschliche Scheitern, um aus dem Scheitern Hoffnung wachsen zu lassen. Das darf trotz des lieblichen Lichterglanzes und der festlichen Friedensseligkeit nicht übersehen werden: Wir feiern auch in diesem Jahr Weihnachten in unheilen Zeiten.

In der römisch-katholischen Kirche wird in der Christmette der Heiligen Nacht aus dem Propheten Jesaja gelesen. Der Beginn der Lesung ist programmatisch:


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kath 2:30 Dies DominiWeihnachten war schon einmal friedlicher. Für nicht wenige dürfte der Glühwein in diesem Jahr einen bitteren Beigeschmack haben. Der Herbst der unerfüllten Reformen weicht einem Winter der Herausforderungen. Die Diskussion um die Renten, das soziale Pflichtjahr (für alle), die angedachten Kürzungen der Inklusionspauschale, den Konflikten im Nahen Osten, dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine, dem Genozid im Sudan, der Christenverfolgung in Nigeria – all das kann einem die weihnachtliche Stimmung reichlich verhageln. Wie soll man in diesem Jahr bei all den Krisen und Konflikten Weihnachten feiern? Was glauben Sie denn?

Vielleicht gehört es zu den größten Illusionen der Menschheit, der Advent sei eine stade Zeit der Gemütlichkeit. Wer am 1. Advent einen römisch-katholischen Gottesdienst besucht, wird möglicherweise reichlich verstört sein ob der herausfordernden Worte, die dort aus dem Munde Jesu zu vernehmen sind:

„Wie es in den Tagen des Noach war, so wird die Ankunft des Menschensohnes sein. Wie die Menschen in jenen Tagen vor der Flut aßen und tranken, heirateten und sich heiraten ließen, bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging, und nichts ahnten, bis die Flut hereinbrach und alle wegraffte, so wird auch die Ankunft des Menschensohnes sein. Dann wird von zwei Männern, die auf dem Feld arbeiten, einer mitgenommen und einer zurückgelassen. Und von zwei Frauen, die an derselben Mühle mahlen, wird eine mitgenommen und eine zurückgelassen.“ (Mt 24,37-41)

Die Sintflut gehört zu den großen Urkatastrophen. Sie ist der Mythos in der Bibel, der die Frage beantwortet, warum Gott nicht eingreift, um das Leid in der Welt zu verhindern und das Böse zu vernichten. Mit der Sintflut hat er das getan – und nichts blieb übrig. Das ist ja die Frage, wer und was so wenig böse ist, dass die Vernichtung überstanden würde. Wer kann für sich in Anspruch nehmen, dann übrig zu bleiben?


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kath 2:30 Dies DominiDie Straßen waren laut. Das Geschrei war groß. Man ging für den Frieden in Palästina auf die Straße und rief Parolen, die die Existenz Israels in Frage stellten. Nichts weniger meint der Ruf „From the River to the Sea …“. Israel, dem am 7. Oktober 2023 ein genozidales Massaker der Hamas widerfuhr, dem wahllos 1.200 Menschen zum Opfer fielen und 250 Menschen als Geiseln entführt wurden, ist schuld. Israel scheint immer schuld zu sein. Die Art des Massakers war von Vernichtung und Auslöschungswillen geprägt. Wer Babys tötet, Männer und Frauen genital verstümmelt und wahllos Menschen allein deshalb tötet, weil sie Juden sind, hat die Vernichtung eines Volkes im Sinn. Wie bitte soll man als Staat auf ein solches Massaker reagieren? Viele scheinen zu wissen, was unverhältnismäßig an der Reaktion Israels war. Niemand aber sagt, wie eine verhältnismäßige Reaktion aussähe.

Die bestialische Untat der Hamas hat das eigene Volk in tiefes Leid geführt und zur Verwüstung des eigenen Landes geführt. Jetzt, endlich, sind die Geiseln frei – und die Waffen ruhen. Ist jetzt schon Friede in Gaza? Wohl kaum! Die selbst ernannten Gotteskrieger marodieren durch die Gebiete, aus denen sich Israel zurückgezogen hat. Sie töten und richten öffentlich ohne jedes Verfahren Gegner hin. Erstaunlich, wie viele Zivilisten auf den grausamen Videos zu sehen sind. Erstaunlich auch, wie viele Kinder da zuschauen. Sieht so das freie Palästina aus? Warum ist es still geworden auf den Straßen? Warum ist der Protest verstummt? Ist es ok, wenn die Hamas wahllos tötet und dabei ruft, Gott sei groß?


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kath 2:30 Dies DominiDie Welt ist krank. Die gewohnte Ordnung ist aus den Fugen geraten. Der russische Angriff auf die Ukraine und der nun schon dreieinhalb Jahre währende Krieg, der durch den genozidalen Angriff der Hamas auf Israel ausgelöste Krieg in Gaza, Luftraumverletzungen durch Russland, hybride Angriffe auf die zivile Infrastruktur oder die geballte Straßenmacht der Schreihälse, die manchen Politiker das Rückgrat erweichen … was gilt noch in Zeiten wie diesen, denen der Einzelne nur noch mit geballter Ohnmacht gegenüber steht? Die einen flüchten sich in utopische Appelle, andere sehnen sich nach großen Führern, die einen von der Eigenverantwortung entlasten, wieder andere ballen die ohnmächtigen Fäuste zum Gebet. Ja wenn das Beten sich lohnen würde … warum tut der angerufene Gott denn nichts? Was glauben Sie denn?

Ich bitte Sie als Leserinnen und Leser um Verständnis, wenn ich meine theologische Expertise auf das Gebet richte. Manch einer behauptet ja, das Gebet sei für Glaubende notwendig wie das Atmen. Aber was ist Beten überhaupt? Paulus scheint diese Auffassung zu bestätigen, wenn er die Thessalonicher auffordert:

„Betet ohne Unterlass!“ (1 Thess 5,17)

Meint er das ernst? Soll man sein Leben kniend mit gefalteten Händen verbringen?

Für Jesus von Nazareth ist die Sache klar. Für ihn ist Beten keine Sache vieler Worte. Man soll nicht plappern,


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kath 2:30 Dies Domini„Wir schaffen das!“ – der Satz, den die frühere Kanzlerin Angela Merkel während der Bundespresskonferenz am 31. August 2015 sprach, ist in die Geschichte eingegangen. Sie äußerte sich im Hinblick auf die zunehmende Aufnahme von Flüchtlingen angesichts der sich abzeichnenden humanitären Katastrophe an den Grenzen. „Wir schaffen das!“ – dieser Satz wird von vielen bis heute als naiv kritisiert und als Ursache des zunehmenden Erfolgs der AfD dargestellt. Andere hingegen sehen in ihm eine mutige und selbstbewusste Aussage, die sich der eigenen Verantwortung stellt angesichts der humanitären Herausforderung um die eigene Stärke weiß. Dabei ist er so oder so aus dem Zusammenhang gerissen. Tatsächlich sagte sie: „Ich sage ganz einfach: Deutschland ist ein starkes Land. Das Motiv, mit dem wir an diese Dinge herangehen, muss sein: Wir haben so vieles geschafft – wir schaffen das! Wir schaffen das, und dort, wo uns etwas im Wege steht, muss es überwunden werden, muss daran gearbeitet werden. Der Bund wird alles in seiner Macht Stehende tun – zusammen mit den Ländern, zusammen mit den Kommunen -, um genau das durchzusetzen.“ Das klingt nicht nur nicht naiv. Es fordert auf, sich tatkräftig einer menschlichen Herausforderung zu stellen. Gerade einer Kanzlerin, deren politische Heimat eine Partie war, deren Name das „Christlich“ betont voranstellt, darf man abnehmen, dass sie sich christlicher Werte verpflichtet weiß – Nächstenliebe und der Zuwendung zu den Schwachen und Geflüchteten. Was glauben sie denn?


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