Herzlich Willkommen bei kath 2:30, dem Blog der Katholischen Citykirche Wuppertal.
Hier geht es zum Videopodcast von kath 2:30.
Besuchen Sie auch die Mystagogische Kirchenführung.
Oder die Seite des Heiligen Laurentius, unter Stadtpatron Wuppertal.

kath 2:30 Theologie konkretWer betet, muss handeln!

Die Zeiten waren schon immer rau. Der Mensch erlebte sich den natürlichen Gewalten ausgeliefert. Als Wesen, das mit Verstand begabt ist, suchte er von Beginn an, die Welt zu verstehen. Schon früh versuchten Mythen, in denen Urmütter und –väter die Welt erschufen und Götter das menschliche Schicksal prägten, das Unheimliche fassbar zu machen.

Je mehr der Mensch die Welt verstand, desto mehr entdeckte er, dass die Welt berechenbar und verlässlich war. Mathematik und Physik führten schon die alten Griechen zu der Frage nach der Metaphysik; also nach dem, was hinter der sichtbaren Welt steht und sie doch im Innersten zusammen hält. So sehr aber der Mensch auch um das Verstehen der Schöpfung rang, so sehr erlebte er sich ihr ausgeliefert. Aller Berechenbarkeit zum Trotz wurde ihm angesichts der Naturgewalten bewusst, wie klein seine Existenz wirklich war.
So fing der Mensch an, zu beten, die Götter mussten gnädig gestimmt werden. Er hielt Riten und Kulte ab und brachte Opfer dar. Der Mensch unternahm viel, um die Götter zu manipulieren. Doch immer wieder musste er feststellen, dass die Götter sich nicht vorschreiben ließen, was sie zu tun und zu lassen hatten. Immer wieder führten sie dem Mensch seinen Grundirrtum vor Augen: Nicht du Mensch sagst, was geschieht.


0 Kommentare

kath 2:30 Dies DominiDies Domini – Erster Adventssonntag, Lesejahr A

Die Zeit ist wieder gekommen, in der sich die alte Verheißung der endzeitlichen Völkerwallfahrt des Propheten Jesaja zu erfüllen scheint. Man braucht in diesen Tagen nur den Versuch zu unternehmen, in das Zentrum einer mittelgroßen Stadt zu kommen – egal ob man es mit dem PKW, dem öffentlichen Personennahverkehr oder gar zu Fuß versucht: Völkerscharen sind unterwegs. So muss es sich der Prophet vorgestellt haben: Wenn die messianische Zeit anbricht, am Ende der Tage, dann strömen die Völker – freilich nicht in die Innenstadt zum Weihnachtsmarkt, sondern zum Haus des Herrn. Aber immerhin: Die alljährliche Vergegenwärtigung vorweihnachtlicher Geschäftigkeit zeigt, dass Weihnachten die Menschen immer noch in Bewegung bringt. Auch wer nicht weiß, was an Weihnachten wirklich gefeiert wird, wird bewegt. Wie weiland die Hirten vom Feld zu dem Unterstand liefen, die wahrscheinlich auch nicht wirklich wussten, was oder wer da wohl wartete, so sind heute viele unterwegs, die wenigstens eine vage Weihnachtsahnung haben. Und so wie die Hirten zur Krippe liefen und eilten (vgl. Lukas 2,16), so laufen und eilen auch sie jetzt – scheinbar plan- und kopflos, voller emsiger Hektik, gestresst Glühwein schlürfend – zielstrebig auf die Heilige Nacht zu. Und so gilt das Wort des Paulus aus der zweiten Lesung des ersten Adventssonntags, der das Lesejahr A eröffnet, auch heute noch:


4 Kommentare

kath 2:30 Dies Domini

Die erste Adventswoche des Jahres 2012 liegt hinter uns. Bereits jetzt ist in vielen Zeitungen wieder davon zu lesen, wie sehr man doch in der Adventszeit nach Stille und Ruhe zu suchen habe. Bischöfe und andere Prominente mahnen das in der hektischen Zeit an – und auch in vielen Predigten ist wieder von der „stillen Zeit“ zu hören. Ich frage mich da immer wieder, wo das her kommt. Nirgendwo steht geschrieben, dass der Advent eine stille Zeit zu sein habe. Und die Menschen scheinen sich – allen Unkenrufen zum Trotz – auch nicht wirklich nach dieser Ruhe, die sie permanent anmahnen, zu sehnen. Denn was stünde einem Vorweihnachtsboykott im Wege? Man wird ja nicht gezwungen, auf Weihnachtsmärkte zu gehen und Geschenke zu kaufen.


0 Kommentare

kath 2:30 essayStille

Schweigen

Warten – Hören

?

Stille

Das scheinen die Voraussetzungen zu sein, damit der Mensch in Verbindung zu Gott tritt. Die Stille, so hört man allenthalben, ist die Basis für die Rede Gottes. Erst der Mensch, der still ist, kann er angeblich den Ruf Gottes vernehmen. Zahlreiche Anleitungen zur christlichen Spiritualität kommen an der Stille nicht vorbei. Kaum eine Predigt, die ohne den Aufruf zum innehaltenden Stillewerden auskommt. Die Aufrufe zur Stille sind so laut, dass man den Eindruck bekommt, die Stillefordernden trauten der Stille selbst nicht.

Die Bibel kennt die Stille nicht als Voraussetzung der Rede Gottes – im Gegenteil

Tatsächlich ist die Vergottung der Stille, die in der Gegenwart allenthalben fröhlich Urständ feiert, eher esoterisch als christlich veranlasst.


5 Kommentare