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Dies Domini – 28. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A

Das Evangelium dieses Sonntags stellt uns eine Erzählung vor, die sich nicht sofort erschließt. Jesus erzählt den Hohepriestern und Ältesten des Volkes – auch die Adressaten sind sicher nicht zufällig gewählt – ein Gleichnis, indem es um einen König geht, der zum Hochzeitsfest des Sohnes lädt. Die – vermutlich vornehme – Gesellschaft, die er einlädt, erscheint aber nicht. Viele interessieren sich erst gar nicht für die Einladung, einige entscheiden sich für vermeintlich wichtigeres und wieder andere greifen die Diener, die die Einladungen überbringen, sogar an und töten sie.

„Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden, wieder andere fielen über seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um.“ (Mt 22,5f.)

Der König wurde wütend und

„schickte sein Heer, ließ die Mörder töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen.“ (Mt 22,7)

Vermutlich steht die Erzählung des heutigen Evangeliums im Eindruck des zerstörten Tempels 70 n.Chr., die damit als Strafe Gottes für die Nichtannahme seiner Einladung gedeutet wurde.

Daraufhin entscheidet der König sich dafür, die Gästeauswahl zu erweitern und lässt alle einladen, die auf der Straße angetroffen werden:

„(…) die Gäste waren es nicht wert, eingeladen zu werden. Geht also hinaus auf die Straßen und ladet alle, die ihr trefft zur Hochzeit ein.“ (Mt 22, 8f.)

Daraufhin füllt sich der Festsaal und viele erscheinen. Einer jedoch ist ohne Festgewand bei der Hochzeit und kann auf die Frage des Königs, was der Grund hierfür wäre, auch nichts antworten, woraufhin er hinausgeworfen wird.


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kath 2:30 Dies DominiDies Domini – 27. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A

Atemlos umnachtet – und kaum einer wird in Deutschland um den Schlaf gebracht. Heinrich Heine brachte es bereits in dem 1844 im Zyklus „Zeitgedichte“ erschienen Gedicht „Nachtgedanken“ auf den Punkt:

Die Jahre kommen und vergehn!
Seit ich die Mutter nicht gesehn,
Zwölf Jahre sind schon hingegangen;
Es wächst mein Sehnen und Verlangen.

Mein Sehnen und Verlangen wächst.
Die alte Frau hat mich behext,
Ich denke immer an die alte,
Die alte Frau, die Gott erhalte!

(…)

Die Mutter liegt mir stets im Sinn.
Zwölf lange Jahre flossen hin,
Zwölf lange Jahre sind verflossen,
Seit ich sie nicht ans Herz geschlossen.

Deutschland hat ewigen Bestand,
Es ist ein kerngesundes Land;
Mit seinen Eichen, seinen Linden,
Werd ich es immer wiederfinden.

Fast 175 Jahre später scheint es fast, als verfüge Heinrich Heine über visionäre Fähigkeiten. Zwölf Jahre Merkel’scher Kanzlerschaft haben dem Land nicht nur nicht geschadet; im Gegenteil: Das Land als Ganzes ist gesünder als je zuvor. Es herrschen wirtschaftliche Stabilität, allgemeiner Wohlstand und Frieden. Und doch ist eine latente Unzufriedenheit greifbar. Der allgemeine Friede scheint den Menschen nicht zu bekommen. Es würden die großen Visionen fehlen, der Fortschritt. Die Kanzlerschaft Merkels hätte sich wie Mehltau über das Land gelegt, hört man allenthalben – und doch scheint sich der Zuckerguss wie Mehltau über das Land zu legen …


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